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Heuschnupfen


Heuschnupfen ist eine allergische Reaktion auf verschiedene Pollen. Etwa zwanzig Prozent der deutschen Bevölkerung ist von Heuschnupfen betroffen. Sie ist die am häufigsten vorkommende Allergieform. Was aber ist eine Allergie überhaupt?

Eine Allergie ist eine Überreaktion unseres Abwehrsystems auf normalerweise harmlose Substanzen. Diese Substanzen nennt man Allergene. Dies können vor allem Pollen, Hausstab oder Tierhaare sein. Der Körper nimmt diese Stoffe meist über die Haut bzw. Schleimhäute auf. Unser Immunsystem erkennt diese Substanzen als körperfremd und schätz sie irrtümlicherweise als gefährlich ein. Darauf hin bildet er spezielle Antikörper, die sich gegen das jeweilige Allergen richten. Die Antikörper binden sich an so genannte Mastzellen, die Histamin enthalten. Wenn erneut Allergene in den Körper aufgenommen werden und an die Mastzellen binden, schütten diese das Histamin aus. Durch das Histamin können folgende Symptome ausgelöst werden:

Juckreiz und Niese
Fließschnupfen
eine verstopfte Nase
geschwollene rote Augen
Rötungen der Haut oft mit Juckreiz
Haut- und Schleimhautschwellungen


Woran kann ich eine Erkältung von Heuschnupfenunterscheiden?
Heuschnupfen tritt immer dann auf, wenn die auslösenden Pollen in der Luft sind und dauert daher unterschiedlich lang, je nach Region und Wetterlage. Die Monate März bis August sind für die meisten Betroffenen in der Regel die Hauptsaison. Erkältungen treten eher in den Wintermonaten auf und dauern meist 5 bis 7 Tage. Eine Erkältung beginnt oft mit einem Kratzen im Hals und Halsschmerzen. Fieber ist ein weiteres Anzeichen für eine Erkältung, da es bei Heuschnupfen nicht auftritt. Nur in wenigen Fällen tritt Husten bei Heuschnupfen auf. Das Nasensekret ist bei einer Erkältung meist zähflüssiger. Bei Heuschnupfen kommt es oft zu juckenden Augen, was bei einer Erkältung eher selten ist. 
                                          Heuschnupfen                  Erkältung
Halsschmerzen                   selten                               oft
Husten                               selten                               oft
Fieber                                nein                                  oft
Nasensekret                      dünnflüssig                         zähflüssig
juckende Augen                 oft                                     selten

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie an einer Allergie leiden oder welche Form der Allergie bei Ihnen vorliegt, kann Ihnen die Checkliste auf der Internetseite http://www.reactine.de weiterhelfen.

Was kann ich tun, um die Symptome zu lindern?

Durch folgende Maßnahmen können Sie die Pollenexposition herabsetzen:

? Anstrengungen im Freien meiden, besser nach einem Regen nach draußen gehen
? Den Urlaub am Meer oder im Hochgebirge verbringen
? Vor dem Schlafen gehen die Haare Waschen
? Kleidung nicht im Schlafzimmer ausziehen
? Kleidung öfter waschen aber nicht im Freien trocknen
? Vor allem Nachts lüften, noch besser sind Pollenschutzgitter am Fenster
? Pollenfilter im Auto
? Raumluftfilter können das Klima im Raum verbessern
? Sonnenbrille tragen und regelmäßig die Gläser putzen


Einfache Hilfen, die Sie überall durchführen können

? Gesicht mit kaltem Wasser spülen
? Bei Kopfschmerzen die Stirn mit einem feuchten Lappen kühlen
? Ein feuchtes Tuch auf gereizte Augen legen

Hilfe aus ihrer Apotheke

? Bei leichten Beschwerden die Schleimhäute mit Emser Nasenspülsalz spülen
? Mastzellstabilisatoren
Sie verhindern die Freisetzung des Histamins aus den Mastzellen. Bis ein ausreichender Schutz der Zelle besteht dauert es aber mindestens 14 Tage. Deshalb müssen solche Mittel bereits vorbeugend angewendet werden, das heißt wenigstens 14 Tage bevor die entsprechenden Pollen auftreten. Ein Pollenflugkalender ist eine nützliche Hilfe für die Bestimmung des richtigen Zeitpunktes. Zur Verfügung stehen Augentropfen und Nasensprays mit Cromoglicinsäure. Diese sind auch als Kombipack erhältlich.
? Antihistaminika
Sie blockieren die Wirkung des Histamins und können auch im Akutfall noch helfen. Es gibt diese äußerlich anzuwenden als Nasenspray (z.B. Vividrin akut) oder zum Einnehmen (z.B. Tabletten mit dem Wirkstoff Cetirizin). Allergologen empfehlen täglich eine Tablette.
? Alpha-Sympatomimetika
Sie lassen durch eine Verengung der Blutgefäße die Schleimhäute wieder abschwellen. Diese sollen aber nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden. Erhältlich sind Nasensprays (z.B. von Ratiopharm, Olynth, Otriven).
? Homöopathika
Sind als Zusatzmaßnahme gut geeignet. Bewährt haben sich Indisches Lungenkraut (Adhatoda) z.B. in Klosterfrau Allergin und Ballonrebe (Cardiospermum).

Vorbeugung

Die einzige Möglichkeit ist die spezifische Immuntherapie, früher Hyposensibilisierung genannt. Indem man das Immunsystem ständig mit den Allergenen konfrontiert, entwickelt er mit der Zeit eine Toleranz gegen die entsprechenden Pollen, so dass die Beschwerden verschwinden oder zumindest geringer werden. Die Behandlung wird außerhalb der Pollensaison begonnen. Wer Angst vor Spritzen hat, braucht sich nicht mehr zu fürchten, denn inzwischen gibt es auch die Möglichkeit Tropfen einzunehmen. 
 

 

 




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